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Ein Verlust als Grundstein

Die Peyersche Tobias Stimmer-­Stiftung

Ein Text von Andreas Rüfenacht und Daniel Grütter

Die Peyersche Tobias Stimmer-­Stiftung wurde 1946 aus der Entschädigungssumme für fünf zerstörte Gemälde Tobias Stimmers und eines Nachfolgers gegründet. Die Schaffhauser Familie Peyer, in deren Besitz die Bilder gewesen waren, legte aus der Erfahrung dieses Verlusts den Hauptzweck der Stiftung fest: Das Kulturerbe Schaffhausens in seiner kostbaren Vielfalt für die Zukunft zu bewahren.

Stiftungsvermögen aus Reparationszahlungen

Zur Gründung des Museums 1938 hatte die weit verzweigte Schaffhauser Familie Peyer dem Museum zu Allerheiligen fünf Porträts ihrer Vorfahren als Dauerleihgabe übergeben. Sie stammten aus den «Peyerschen Familien-­Legaten», der Familienstiftung. Vier von ihnen hatte Tobias Stimmer (1539 –1584) geschaffen. Am 1. April 1944 wurden diese Gemälde unwiederbringlich zerstört.

Noch im selben Jahr beschlossen die Vorsteher der Legate, eine Stiftung aus den Mitteln der zu erwartenden Reparationen zu gründen. Sie sollte nach dem berühmten Schaffhauser Künstler benannt werden. 1946 zahlte die Regierung der Vereinigten Staaten rund 350 000 Schweizer Franken für die von der 8. US­-Luftflotte verursachten Schäden. Diese Summe bildete das Stiftungsvermögen der Peyerschen Tobias Stimmer­-Stiftung.

Bewahrung eines Schaffhauser Kulturerbes

Hauptanliegen der Peyerschen Tobias Stimmer­-Stiftung war es, das Schaffhauser Kulturerbe für die Zukunft zu erhalten und Lücken in den Sammlungen des Museums zu schliessen. Drei Ziele sollten fortan die Sammlungspolitik prägen: Der Ersatz der verlorenen Werke Stimmers, die Zusammenführung von Kunstgegenständen aus Schaffhauser Beständen und die Sicherung von solchen aus Peyerschem Familienbesitz.

Ihrem Namen gemäss legt die Stiftung ihren Schwerpunkt bis heute auf die Beschaffung von Kunstwerken aus der Zeit und dem Umkreis Tobias Stimmers. Da eigenhändige Werke des berühmten Schaffhauser Renaissance­Malers nur sehr selten auf dem Kunstmarkt erhältlich sind, begann man auch Werke von bedeutenden deutschen Vorgängern und Zeitgenossen anzukaufen.

Eindrücklicher Querschnitt der Kunst des 16.–18. Jahrhunderts

Die beiden weiteren Sammlungsschwerpunkte der Peyerschen Tobias Stimmer­-Stiftung liegen auf Kunstgegenständen aller Gattungen aus dem Besitz der Familie Peyer oder anderer Familien des Schaffhauser Patriziats. Durch gezielte Ankäufe sollten Veräusserungen und Verluste verhindert werden.

Die über die Jahre zusammengetragene Sammlung charakterisiert sich durch ihre hervorragende Qualität: Wie die Familie Peyer umgaben sich die Mitglieder der alteingesessenen Patrizierfamilien einst mit kostbaren Kunstwerken, die uns heute einen eindrücklichen Querschnitt durch das Schaffhauser Kunstschaffen des 16.–18. Jahrhunderts bieten.